dusty dawn in downtown distopia

Mehr unter www.fabbaz.at
Shared Items unter fabbaz.tumblr.com

18.4.13

"Minority Report" Kurzreview

Nun, vielleicht ein bisschen spät dran. Aber hier, was ich von Minority Report halte.

Weil von Tom Cruise verkörperte Charaktere leider nicht sehr viel mehr im Hirn haben als der Schauspieler dahinter, müssen auf lächerliches Niveau runtergedummte Antagonisten herhalten, damit John ihnen auch wirklich immer in letzter Sekunde entkommen kann. Alles scheint nur auf eines ausgerichtet: den Hauptdarsteller cool und lässig dastehen zu lassen, koste es, was es wolle. Um das zu erreichen, muss man eben alle in seiner Umgebung unsympathischer scheinen lassen, und ihn dann mit übernatürlichen Kräften und einer unglaubwürdigen Portion Glück ausstatten, damit er es wenigstens dann schafft. Die Actionsequenzen versprühen einen Duft von Slapstick und Indiana Jones, doch es scheint, sie nehmen sich dabei selbst so ernst wie Cruise seinen Kirchenverein, was letztlich zu unfreiwillig unkomischen bis peinlichen Proletenauflachern im Kinosaal führen soll, aber echt nur stört. Das ist sehr schade, denn die Story hätte so unglaublich viel Potenzial. Leider lenken die geschleimten Frisuren, die Blendeneffekte und die Star-Wars-Prequel-artigen Verfolgungsjagden immer wieder davon ab.

Minority Report ist ein guter Thriller, aber ein scheiß Actionfilm.

Positiv zu erwähnen ist die, bis auf wenige Ausnahmen, extrem glaubhafte Gestaltung der futuristischen Welt, auch wenn manche Elemente ihren Sinn nur im Panem et Circenses der Special Effects haben. Dadurch ergeben sich manchmal nicht nachvollziehbare Inkonsistenzen. Öffentlicher Verkehr ist total personalisiert, aber es gibt noch persönliche Verkehrsmittel, und die werden in Serie hergestellt, obwohl sie wohl eher Luxusgüter sind, und sie sind nicht verfolgbar, anscheinend gibt es keine Planquadrate im Überwachungsstaat. Wiederum ein Beispiel dafür, wie man den depperten Protagonisten ein bisschen helfen muss, damit sie nicht vor dem Ziel tot umfallen.

Der Rest, Storytelling und so, echt fein. Die Twists sind glaubwürdig und nicht vorhersehbar, aber herleitbar – die Zuschauerin ist hier gleichberechtigte Detektivin und der Schluss lässt sich Holmesisch kombinieren. Diese Logik und Weltbasiertheit setzt bei den Actionsequenzen, wie gesagt, leider völlig aus.

Manchmal überschneidet sich das jedoch, wenn etwa ein visueller Stil, kombiniert mit charakterlichen Überzeichnungen, die beide an Terry Gilliam erinnern sollen, versucht werden, und dann auch wieder unfreiwillig peinlich wirkt.

Schade.

1 comment:

  1. You have a nice blog! I love it, I am very entertained and I learned a lot! I will follow all your posts everyday! You are a genius indeed and all of your words are meaningful, I will promote your blog to my friends and I am very sure they will also like your blog!

    Hot Artz
    Hot Artz
    Move Igniter
    Lette's Haven

    ReplyDelete


[c] fabian bazant]
fabian bazant | gmail com



## Blogger ## Xubuntu ##