16.10.11

Brikett — Lesung




Zum Auftakt regelmäßig stattfindender Lesungen im mo.ë präsentieren vier Autor_innen einen Ausschnitt ihrer Arbeit: Theodora Bauer, Fabian Bazant-Hegemark, Lydia Gschosmann und Christoph Hoffmann.

10.10.11

Karottenkuchen

Heute schaue ich mir eine WG in der Nähe an. Um bei der wahrscheinlich recht unpersönlichen WG-Begehung hervorzustechen, habe ich mir gedacht, dass ich einen Kuchen mitbringe. Ich habe also vorhin eben diesen Kuchen hergestellt, und muss sagen:
Holy. Fuckaroo.
Das sollte eigentlich sogar eine Mietpreissenkung geben.

Vegan carrot cake

Als Eiersatz habe ich Leinsamen genommen: das funktioniert so, dass man die kurz köcheln lässt, um das Eiweiß aufzuplanckquriwieren. Ein EL geschrotete Leinsamen mit drei EL Wasser ergibt ein "Ei". Den Tipp habe ich hier gefunden.

Weil ich keine noncreamcheesecreamcheese zur Verfügung hatte, habe ich einfach Staubzucker benutzt.

Durch das Aufschneiden konnte ich gut kaschieren, dass zwei Stück fehlen. Om nom nom.



Passive Attack und Mother's Cake

Gestern spielten Passive Attack, deren Schlagzeuger Simon seit Jahren kenne, und Mother's Cake, von denen ich noch nicht gehört hatte, die aber anscheinend schon den einen oder anderen Preis machen konnten, im B72 in Wien.

Audible Orgasm.

Ich war von beiden Bands beeindruckt. Von Mothers Cake gibt es hier einen Livemitschnitt von einem anderen Auftritt, gestern haben auch ein paar Leute mitgefilmt, sofern ich das finde sollte, wird es verlinkt. Innerhalb der ersten 3 Lieder rissen gleich mal zwei Gitarrensaiten, was Schlagzeuger und Bassist gleich mal für eine Showeinlage nutzten. Well done.

Passiv Attack waren genauso super. Ich würde das gerne auch zeigen, aber ich finde, dass die myspace/facebook-Tracks die Qualität des gestrigen Abends nicht wiedergeben, weshalb ich das nicht verlinken möchte: man kann die Band jedenfalls am 27. 10. im Filmcasino wieder hören, wo sie den Soundtrack für Kendrick bei dessen Premiere präsentieren.

Sollte man nicht verpassen, wenn man wissen will, was Österreich an progressive zu bieten hat.

8.10.11

Stillstand und Antistillstand

rrroar by theclosing

Caribou - One Night With Sun (Remix Lukas Kalmar) by lukaskalmar

Wien ist eine bemerkenswerte Stadt. Besonders bemerkenswert – und vor allem, bemerkbar – ist die wohl aus der Walzertradition kommenden Tanzunlust in den meisten Plätzen und Lokalitäten. Viele Menschen scheinen einen Club nicht von einem Restaurant unterscheiden zu können, und stehen herum, als warteten sie darauf, dass endlich ein Tisch frei wird. Die kritische Masse der „meh, da tanzt niemand dann tanz ich auch nicht“ wird nie unterschritten, und allerorts ist das einzige, was sich bewegt, das schwarze Loch der Unlust, das alle Muskeln fest verschnürt in Zaum hält. Um so ambitionierter muss man sein, um den Ereignishorizont zu durchbrechen und sich, allen anderen peinlicher Dorn im werktätigkeitsermüdeten Auge, die Bühne und Plattform zu schaffen, die es braucht, nicht wie ein Stein umzufallen und auf der Stelle einzuschlafen. Hat die ambitionierte Person sich schließlich im Auge der Anderen vollends zum Sonderling blamiert, merken sie vielleicht irgendwann, dass das hier keine Performance ist. Es ist Notwendigkeit. Es ist der Schrei der durchdachten Unvernunft, der in die Welt kam, die Schreie der Bargesprächsversuche bei 95+ dB zu übertönen. Fuck the new Biedermeier.

First they ignore you. Then they ridicule you. Then they dance.

7.10.11

und meine seele spannte weit ihre flügel aus



Zum ersten Mal seit – ja seit wann eigentlich? Christians Diplomfeier muss es gewesen sein – bis zur Schuhzerstörung durchgetanzt. Nach Aggregatzustandsänderung nach Hause, zu wenig geschlafen, dann mit Frühstück bewaffnet wieder ins moë.
Die Radwege sind so leergefegt wie die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer. Winter kommt. Ich kam jedoch trockener im moë an als ein paar Stunden zuvor zu Hause.
Es fühlt sich an, als habe ich zwischen Hafen und Goldschmiede eine zweite Heimat gefunden, ein Ort, den man tatsächlich nicht verlassen möchte, sofern man nicht bei periapokalyptischen Regenwetter den Pullover zu Hause vergessen hätte, weshalb ich verfroren die Dinge sortierte, die zu sortieren waren. So viel maschingetippt im September, der nächste Schritt ist die digitale Revision und dann: die Kurzgeschichte. Der Plan ist, etwas nicht zuletzt einem selbst Vorzeigbares aus den schon so vielen geflossenen Energien zu produzieren, dass dann bei der Fokussierung auf den Roman helfen kann. Ich habe beschlossen, den Arbeitstitel nicht länger geheim zu halten. Dieser lautet Loslassenangst. Bis Ende November wird die Kurzgeschichte fertig sein.

4.10.11

anti-minecraft anti-pokemon


they evolve until they are demons.

1.10.11

ich weiß.



In Wirklichkeit habe ich gewusst, dass das kommt. Dass sie es gesagt hat und nicht ich, ändert nichts an den Monaten des Versuchens. Ändert nichts an der kommenden Einsamkeit. Wenn der andere stirbt, dann hat das automatisch so eine Endgültigkeit. Es hat vielleicht das Gespräch gebraucht, um diese Endgültigkeit hineinzubringen. „Ich weiß“. „Ich weiß“. Das war das erste, was ich nach fünf Jahren Beziehung gesagt habe. Das war meine Antwort auf „ich will Schluss machen“. „Ich weiß“. Ich wusste es, weil ich nicht dumm bin. Wir sind beide zu vernünftig, um weiter zu machen. Weiter zu probieren. Ich will auch Schluss machen, aber ich will dich nicht los lassen. Ich habe so Angst, loszulassen. Ich weiß ja, dass du das Beste bist, was ich hatte. Was, wenn du das Beste warst, was ich haben werde? Ich hatte so schöne Illusionen der Sicherheit. Ich weiß. An meine letzten Worte vor unserer Beziehung kann ich mich nicht mehr erinnern. Oder die ersten in der Beziehung. Doch. Du hast mich gefragt, ob ich das ernst meine. Und ich habe „ja“ gesagt. Es ging so schnell. Die fünf Jahre gingen so schnell. Und ich habe angst davor, allein zu sein. Angst, ohne dich zu sein. Ich liebe dich noch immer. In einiger Zeit hoffe ich, dass wir eine enge Freundschaft haben. So wie wir sie die letzten Monate hatten. Du hast ja recht. Ich weiß. Ich weiß nur zu gut. Die Geldbörse fühlt sich falsch an, weil die Fotos nicht mehr drin sind. Ich kann sie nicht wegwerfen. Und mein Finger fühlt sich falsch an, hat einen kalten Streifen, wo der Ring war. Ich habe mir doch die letzte Zeit immer gedacht, dass so viel gepasst hat. Dass eigentlich so viel noch gepasst hat. Ich wollte nicht Ende haben. Ich wollte weiter versuchen. Es hat doch so viel noch gepasst. Es hat so viel nicht mehr gepasst. Es hat nur noch ganz wenig gepasst. Natürlich genug. Natürlich hätten wir das alles zu Tode reiten können. Was heißt zu Tode reiten… Ich sage immer, Beziehung ist gemeinsam älter werden. Wir sind gemeinsam älter geworden. Wir haben einen riesigen Teil unserer Leben gemeinsam gehabt. Und ich bin so dankbar dafür. Das wenige, das jetzt noch gepasst hat: vielleicht haben wir das noch sehr lange. Ich hoffe, wir haben das noch sehr lange. Weil wir es jetzt benennen. Weil wir jetzt aufrichtig sind, jetzt sagen, was wir uns denken. Bevor es zu spät ist. Bevor wir uns nichts mehr sagen können. Es tut so weh, aber ich weiß doch, dass es stimmt. Dass wir beide das doch erkannt haben. Und es ist so gut, dass wir es uns jetzt eingestehen. Wie viele können es sich nicht eingestehen, bis es zu spät ist. Bis nichts mehr passt. Du musst es machen, weil deine Gefühle andere sind als früher. Ich muss es machen, weil sie zu einem großen Teil noch genau so sind wie früher. Weil ich nicht allein sein will. Weil ich dich nicht loslassen kann. Weil ich Angst habe, dich los zu lassen. Weil es richtig ist. Weil das Richtige nicht immer angenehm ist.

Die nächsten Tage werden so schwer. Aber ich bin so dankbar, dass ich dich in meinem Leben habe. Dass ich dich kennen gelernt habe. Und ich bin dankbar, dass du Teil meines Lebens warst. Und ich hoffe, dass du Teil meines Lebens bleibst.

Danke.
Klare Worte zur EU-Politik finden im öffentlichen Raum meist nur die, die dann falsche Worte finden. Schöner Gegensatz dazu ist Robert Menasse, der in der Zeit mit befreiender Klarheit den Status Quo zusammenfasst.

„Über die Feigheit der europäischen Politiker
Die Krise der EU ist keine Finanzkrise, sondern eine politische, schreibt der Schriftsteller Robert Menasse. Die Politik huldige dem Nationalen und belüge so die Bürger.“

29.9.11

two floppy disk drives play the imperial march



via reddit.
Mittwoch Abend saß ich noch bei uns vor dem Haus auf einer Bank und las, vertieft, die Brief History of Time von Stephen Hawking. Good stuff, by the way. Irgendwann ging ein Mann, ein Kind auf dem Arm, an mir vorbei, und wurde langsamer. Sah die Titelseite an. Sah mich an. „Achso, ich dachte das ist was mit Akustik, wegen der Grafik mit den Wellen.“ Und was spuckt mein Gehirn dazu aus? Nach all den Dawkinsdokus, r/atheism-Threads: „Nein, Astrologie.“


Es gibt sie also noch, die Tage, an denen nichts weiter geht. Heute keinen Letter aufs Papier geworfen, stattdessen relevante mo.ë-meta-Sachen erledigt. Eckehart kennengelernt, der in Leipzig Kunst studiert hat und über die Neorauchigkeit der Leipziger Kunststudenten geplaudert. Und das Finden von Positionen und Perspektiven, und die Ambivalenz der Zeit nach Studienabschluss. Mit Lukas im Arjuna gewesen. Papadamparam pa pam. Und Samosa mit Kichererbsen. Auf Wunsch vegan, das heißt ein Blubb Joghurt wird ausgelassen. Wow, das war wirklich super, ich kann nur empfehlen, dort hin zu gehen. Und zu essen. Danach kann man sich am Brunnenmarkt gleich burgenländische Trauben holen. Auch dies ist spätsommerwärmstens ans Herz gelegt.

Lukas hat mir dann noch einen TED-Talk zur Einschränkung des Weberlebens durch Algorithmen gezeigt. Kurz gesagt ist es so, dass das Web, auch in so grundlegenden Sachen wie bei einer Google-Suche, gefilterte und an NutzerInnenverhalten angepasste Ergebnisse und Inhalte bietet und liefert. Dies ist ein Problem, weil Leute, die sich für Politik nicht interessieren, beispielsweise bei der Suche nach "Egypt" nur Tourismustipps bekommen, die aktuellen Ereignisse werden ausgeblendet, und das eigentlich nur, weil zuvor einmal ein Link zu einem Tourismusangebot vielleicht vor einer Nachrichtenseite angeklickt wurde.

kurzkommentar: seven

Tatsächlich. Da gibt es Filme, die man kennt, und durch Verquickung von Ereignissen und Nichtereignissen bis dato noch nicht gesehen hat – ich präzisiere – die ich bis gestern noch nicht gesehen hatte. Ein solcher Film ist Seven. Gespielt von Überraschungsgast Kevin Spacey präsentiert ein Tea-Party-Abgeordneter sein Opus Magnum: die Inkarnation der Dekarnation durch Entseelung von SünderInnen. Wie wegbereitend dieser Film für beispielsweise SAW war. Da wird Brad Pitt zum Mord getrieben, kurz bevor Morgan Freeman in Pension gehen kann. Tolle action. Und, was mir besonders gut gefallen hat: in keinen drei Minuten werden, ganz zu Beginn, die Hauptcharaktere in de facto all ihren Facetten in Szene geworfen. Aha, alter Cop, aha, junger Cop. Los geht's! Ist doch schön. Ist bei vielen Filmen alles, was man bekommt. Sehr schön, dass im Gegensatz dazu hier noch ausdifferenziert wird, auch, wenn man nichts weltbewegendes von den beiden erfährt, was man sich nicht durch ein bisschen media literacy zusammenreimen hätte können, aber das Gefühl von zwei sich kennen lernenden Kollegen ist oft viel schlechter präsentiert worden. Schade nur, dass Gwyneth Paltrow mehr Storyobjekt und Token als Akteurin ist. Die freundelose, die sich bei dem großen Mann ausweinen muss, nur um dann doch geopfert zu werden, damit Mills Doe umbringt… Mensch. Aber hey, das waren die Neunziger. Seven ist dadurch kein besonders beeindruckender Film, aber er ist sehr gut durchgeführt und, wenn man ihn noch nie gesehen hat (gut, das ist wohl bei vielen Filmen so) spannende Popcorn-Unterhaltung – wenigstens für 4chanerprobte Mägen.

28.9.11

abschlüsse, anfänge.



Da bloggt er plötzlich wieder. Hauptsächlich kommt meine Motivation, hier mal wieder mehr zu schreiben aus der Demotivation Facebook und Google Plus zu verwenden. Letzteres will dauernd wissen, wo ich bin, ersteres dauernd weitersagen, wo ich war. Wie doch jeder seit langem wusste lauscht Facebook beim Surfen mit, selbst wenn facebook.com auf der Cookie-Blacklist steht sammeln sich für einen Besuch auf der Startseite, ohne Einloggen!, 5 Cookies in der Liste. The Fuck. Das geht so nicht mehr.
Facebook lügt bis bullshittet wiederholt, was die Privatsphäre der Nutzer angeht, und ist mittlerweile schon so weit, dass sie zugeben, das zu können, aber natürlich nicht tun. Geh bitte. Manche Dinge wären lustiger, würden sie Onion-Schlagzeilen bleiben. Da sie das leider nicht tun, sondern die Lebensrealität der Generation Internet wohlmöglich nachhaltig beeinflussen, sehe ich mich gezwungen, da auszusteigen. Vielleicht funktioniert das eh nicht. Nicht Facebook zu verwenden ist das neue Facebook verwenden. Wann war dieser Artikel in der Zeit, ein Selbstversuch mit Facebook? Es ist an der Zeit, einen Selbstversuch ohne zu starten. Man bekommt ja kaum noch Partys und Konzerte mit, wenn man nicht auf die "Upcoming Events" schaut. Nicht mich falsch zu verstehen, natürlich macht es Sinn, solche Informationen in einem "Nexus" zu vereinen: es macht aber für mich keinen Sinn mehr. Nicht, dass man Google mehr trauen kann; aber rein Schlagzeilenmäßig nicht statistisch relevant erfasst scheint mir, dass Google-Führungspersonen zwar öfter Blödsinn reden, aber seltener Blödsinn machen als die von Facebook. Dass die per Non-Sequitur argumentierte Realnamenverpflichtung dem Dienst das Genick brechen wird, bezweifle ich. Googles Lösungsvorschlag war, Google+ nicht zu verwenden, wenn man seinen Namen nicht in Google+ zeigen will. Für mich wird es dadurch einen Tick uninteressanter. Und wenn Ortungsinformation von Google+, oder sonst einem Service, verlangt wird, mit der Erklärung, dass sie es eh nicht verwenden, wenn du es nicht willst, sie wollen es nur haben, um für dich darauf aufzupassen (?) – Strikinger zweiinger. Long story short will ich folgendes versuchen: ich möchte wieder regelmäßiges Bloggen anfangen: ich sehe meine Zeit darin besser investiert als in Facebookupdatereien. Außerdem passiert doch so viel! Mehr als hier mal los war, jedenfalls.

Mein Romanprojekt entwickelt sich tatsächlich noch zu Arbeit. In den großartigen mo.ë-Räumlichkeiten eine angenehme Atmosphäre zum arbeiten gefunden habend, bringt eigentlich jeder tag Fortschritt. Fortschritt ist gut– aus dieser Perspektive. Es ist jedoch noch zu früh, diesen Fortschritt in Prozent quantifizieren zu können; kommt noch. Vielleicht bin ich im Oktober so weit, Leseproben online stellen zu können; das würde natürlich auf deusexmacchiato passieren, hier wird aber natürlich auch darauf hingewiesen sein. Ich glaube jedenfalls noch immer daran die 31.-Dezember-2011-Deadline für ein lektoratstaugliches Produkt einhalten zu können.

Bei Ströck ist gerade Aktion auf die veganen Cranberrystollen a.k.a. Striezel; das wird wieder was. Mir schien es etwas absurd quer über den Brunnenmarkt latschen zu müssen um einen Kaffee mit Sojamilch zu bekommen, aber außer Ströck wäre nur ein MCDonalds in der Nähe. Ich finde es, seit ich vegan lebe, etwas schwierig diese Lokale zu betreten. Tatsächlich fand ich es das letzte Mal, durch den Ruf der Natur gerade an diesen Ort getrieben, welch zynische Wendung mitten auf der Mariahilfer Straße, tatsächlich auch schwierig das ö3- und fettgeschwängerte Ambiente auszuhalten. Jedenfalls kam der Cranberrystollen gut im mo.ë an, und verschwand dort.

Um so näher die kalte Jahreszeit rückt, um so mehr bin ich motiviert, diesen Winter aber wirklich!, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu Gunsten des Fahrrads zu verzichten. Bis jetzt hielt sich diese Motivation immer nur bis zum ersten apokalyptischen Schneegestöber. Vielleicht kaufe ich mir aber wirklich endlich einen Helm.

28.6.11

Schulout.

Pünktlich zu den Ferien erfahren wir, was das Bildungspaket der Regierung so beinhaltet: eine SPÖ, die im Laufe einer Diskussion vergisst, worüber eigentlich geredet wurde, und eine ÖVP, die das Thema zwar nicht verstanden hat, aber froh ist, der SPÖ eins ausgewischt zu haben. Die Opposition darf sich freuen, dass sie sich ärgern darf.
Nein, liebe Parteien, so geht das nicht. Informierte werden nicht bestreiten, dass Reformen des Schulsystems dringend, as in: besser vor 15 Jahren als in 2, notwendig sind.
Ein modulares Schulsystem ist eine sehr sinnvolle Sache, und die anderen können noch immer ihre Elitenbildung betreiben, während die einen ihr Deutsch verbessern, auch könnten die ewig dummen Diskussionen um Latein? Französisch? Spanisch? DG? endlich eine vernünftige Lösung finden. Wer lieber eine Weiterbildung zu einem technischen Beruf verfolgen möchte, spart sich dafür vielleicht ein Jahr Deutsch, und wer Geschichte studieren möchte, kann ein Jahr Mathematik einsparen. Und man darf auch gerne aufhören zu ignorieren, dass diejenigen, die modulare Schulen propagieren, ja seit jeher darauf hinweisen, dass dies nur in Einklang mit einer Neugestaltung der Lehrpläne Sinn macht.
Überhaupt, so einiges hat mehr Sinn, wenn man sich damit beschäftigt (wenngleich natürlich manches bei um so intensiverer Beschäftigung durchaus auch mal an Sinn verlieren kann!) Wenn sinnvolle Reformvorschläge aber so lange durch Propaganda, Parteienlügereien und Vollidioten herumgekaut werden, bleibt am Ende aber natürlich ein nicht wünschenswertes Konglomerat an auf-dem-Papier-las-es-sich-voll-gut-echt-Ideen.
Mit all diesen Kompromissen wird am Ende nur eins erreicht: eine Kompromittierung des Bildungssystems.
Von den Unis fangen wir jetzt lieber mal nicht an, sonst reg ich mich hier ja noch auf. Nur soviel: dass neuer Minister gute Ideen hat, heißt leider noch nicht, dass die ÖH ihm zuhören wird. Und nur, weil die ÖH manchmal recht hat, heißt das noch nicht, dass sich irgendetwas ändert. Auch, nachdem die Regierung ihre ewige "wir-ham-kein-Geld-für-nix"-Ausrede mit diversen Bail-Outs und Neuverschuldungen verspielt hat. Aber da gehts ja um die Wirtschaft und die Wirtschaft ist wichtiger als die Zukunft. (->)
Und nein, da sind nicht die Griechen schuld, wenn wir ihnen Geld geben damit sie unsere Produkte kaufen, sondern hier wie dort populistische PolitikerInnen.
(Übrigens, jetzt wo die FPÖ sich wieder auf ihre "Werte" besinnen will, darf man sie jetzt eigentlich Deutsche Nationale Soziale Partei nennen? Immerhin wollen sie österreichisches Geld zuerst für Österreicher (statt für Griechen))

http://text.derstandard.at/1308679866180/Reaktionen-Opposition-haelt-Einigung-fuer-faulen-Kompromiss

[c] fabian bazant]
fabian bazant | gmail com



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